Musik in der Pforte | MUSIK IN DER PFORTE
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MUSIK IN ZEITEN DER BEDRÄNGNIS

MIT BRUDER DAVID STEINDL-RAST

Donnerstag, 2. November 2017, 19 Uhr, Festsaal des Landeskonservatoriums

Freitag, 3. November 2017, 20 Uhr, Festsaal des Landeskonservatoriums

Über das Konzert

Wenn der großartige Haydn-Forscher und Pionier H. C. Robbins-Landon eine Orchestermesse als das „wohl größte Werk“ Joseph Haydns bezeichnet, macht uns das neugierig: „Missa in angustiis“, frei übersetzt „Messe in Zeiten der Bedrängnis“, so hat Haydn die 1798 entstandene Nelson-Messe in seinem Werkkatalog genannt. Die Musik spiegelt seismographisch die Stimmung dieser Tage: Die Koalitionskriege zwischen den Franzosen und der 1. Koalition mit den Österreichern wüteten bereits sechs Jahre, die Lage war angespannt. Haydn reagierte mit einer ungeheuer ausdrucksvollen Messe: Das „Kyrie“ beginnt schon mit Kanonendonner und den martialischen Trompeten im Orchester, wenige Takte später führen uns die flehenden Geigen in eine Szene der Bedrückung. Eine packende Reise, die im befreiten „Dona nobis“ ein glückliches Ende findet, beginnt. Niemand wird wohl widersprechen, wenn wir unsere Tage ebenfalls als eine Zeit der Bedrängnis bezeichnen. Die Ängste und Sorgen, die Europa und den Nahen Osten beschäftigen, die Flüchtlingsströme, die Zuspitzung der politischen Lage: All diese Herausforderungen haben ein Ausmaß erreicht, dass uns einlädt, dem Gefühl der Not einen musikalischen Ausdruck zu verleihen.

Wenn wir in eine Sackgasse geraten, in der wir spüren, dass bisherige Lösungsinstrumente nicht mehr genügen, um mit all den Problemen fertig zu werden, dann hilft nur noch eines: die passende Musik, die uns ermöglicht, die Knoten in unserem Geist wieder zu lösen, damit wir wieder Zugang zu einer Inspiration finden können, die sich aus ganz anderen Quellen speist als unser angestrengtes, bemühtes Nachdenken.

Mehr erfahren

Br. David Steindl-Rast spricht beim Konzert über das Leben in Zeiten der Bedrängnis. Zur Einstimmung teilen wir hier einige Gedanken von Bruder David zu einem anderen Thema: Selbstfindung.

Über die Pforte

Unsere Arbeit bei »Musik in der Pforte« war immer beseelt vom Bestreben, Menschen zu einem Abenteuer zu ermutigen, das bei vielen als elitär verrufen war: die Schätze der abendländischen Kammermusik. Unser Ziel war es stets, Schwellenängste abzubauen und diese musikalischen Kostbarkeiten bei all ihrer Genialität und Komplexität als etwas einfach Erlebbares zu vermitteln. Dabei haben wir uns oft auch selbst auf unbekanntes Terrain vorgewagt, Risiko genommen, neugierig hinterfragt, studiert, ausprobiert. »Musik in der Pforte« ist für uns vielmehr ein Ort, an dem etwas Neues entsteht, als ein Ort, an dem etwas Gereiftes und vielerorts Erprobtes frei jeglichen Risikos gleichsam sein Ziel erreicht.

 

KLAUS CHRISTA, Künstlerischer Leiter