Musik in der Pforte | Musik in Zeiten der Bedrängnis
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Musik in Zeiten der Bedrängnis

Donnerstag, 2. November 2017, 19 Uhr, Festsaal des Landeskonservatoriums
Freitag, 3. November 2017, 20 Uhr,  Festsaal des Landeskonservatoriums

Simone Vierlinger, Sopran
Dora Kutschi, Alt
Walter Ess, Tenor
Äneas Humm, Bass

Pforte-Kammerorchester Pforte Vokal, Vocale Neuburg
Leitung: Kay Johannsen

Br. David Steindl- Rast spricht über das Leben in Zeiten der Bedrängnis

Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)

Kammersymphonie op.110 a
I Largo
II Allegro molto
III Allegretto
IV Largo
V Largo

Br. David Steindl-Rast spricht über das Leben in Zeiten der Bedrängnis

Joseph Haydn (1732–1809)

Missa in angustiis „Nelson-Messe“ Hob: XXII:11
Kyrie
Gloria
Credo
Sanctus
Benedictus
Agnus Dei

Wenn der großartige Haydn-Forscher und Pionier H. C. Robbins-Landon eine Orchestermesse als das „wohl größte Werk“ Joseph Haydns bezeichnet, macht uns das neugierig: „Missa in angustiis“, frei übersetzt „Messe in Zeiten der Bedrängnis“, so hat Haydn die 1798 entstandene Nelson-Messe in seinem Werkkatalog genannt. Die Musik spiegelt seismographisch die Stimmung dieser Tage: Die Koalitionskriege zwischen den Franzosen und der 1. Koalition mit den Österreichern wüteten bereits sechs Jahre, die Lage war angespannt. Haydn reagierte mit einer ungeheuer ausdrucksvollen Messe: Das „Kyrie“ beginnt schon mit Kanonendonner und den martialischen Trompeten im Orchester, wenige Takte später führen uns die flehenden Geigen in eine Szene der Bedrückung. Eine packende Reise, die im befreiten „Dona nobis“ ein glückliches Ende findet, beginnt.
Niemand wird wohl widersprechen, wenn wir unsere Tage ebenfalls als eine Zeit der Bedrängnis bezeichnen. Die Ängste und Sorgen, die Europa und den Nahen Osten beschäftigen, die Flüchtlingsströme, die Zuspitzung der politischen Lage: All diese Herausforderungen haben ein Ausmaß erreicht, dass uns einlädt, dem Gefühl der Not einen musikalischen Ausdruck zu verleihen.

Wenn wir in eine Sackgasse geraten, in der wir spüren, dass bisherige Lösungsinstrumente nicht mehr genügen, um mit all den Problemen fertig zu werden, dann hilft nur noch eines: die passende Musik, die uns ermöglicht, die Knoten in unserem Geist wieder zu lösen, damit wir wieder Zugang zu einer Inspiration finden können, die sich aus ganz anderen Quellen speist als unser angestrengtes, bemühtes Nachdenken. Klaus Christa