Konzert No.1

Oh glücklicher Tag

Donnerstag, 15. März 2018, 19 Uhr, Pförtnerhaus
Freitag, 16. März 2018, 20 Uhr, Pförtnerhaus

Claire Le lliatre Sopran, Veronika Skuplik Barockvioline, Franciska Anna Hajdu Barockvioline, Julia Beller Barockviola, Giovanna Pessi Harfe, Thor Harald Johnsen Laute und Barockgitarre, Patrick Sepec Barockcello, Thomas C. Boysen Theorbe, Barockgitarre und Leitung

Werke des Frühbarock von Francesco Rasi, Claudio Monteverdi, Tarquinio Merula, Alessandro Grandi, Carlo Farina u.a.

Der Mensch erlebt den Verlust von Kontrolle fast ausschließlich als etwas Bedrohliches – mit einer großen Ausnahme, die uns dazu verführt, uns dem Kontrollverlust auch hinzugeben: der Liebe. Die Liebe lässt uns keine Wahl. Wo sie uns erfasst, gibt es kein Entrinnen. Wenn wir lieben, leugnen wir unsere Verletzlichkeit nicht mehr. Wir geben uns hin – und wirkliche Begegnung kann geschehen.

Im Eröffnungskonzert der Saison 2018 wollen wir das Jahresthema „Ich und Du“ ergründen und mit Situationen des Lebens in Kontakt kommen, in denen wir uns der Begegnung mit dem Du nicht entziehen wollen und können: Dazu zählt die gelingende Liebe ebenso wie die unglückliche, verschmähte Liebe, denn auch wenn sie Schmerz bringt – in der Hingabe sind wir immer berührt. Da gibt es die Liebe zu unseren Kindern, die sich in den Wiegenliedern, die wir singen, so berührend ausspricht. Die Liebe zur Natur kann uns ebenso erfüllen wie die Ahnung, dass ein ewiges Du durch all das Sein auf dieser Erde durchscheint. Und wenn wir es zulassen, sind da jene Momente, in denen wir uns mit dem vielleicht schaurigsten und unausweichlichsten Du beschäftigen: dem Tod. Eines spüren wir in all diesen Augenblicken: wenn wir uns in diesem zerbrechlichen Zustand befinden, dann geschieht etwas in uns, das uns heraushebt – und wahrscheinlich die Quelle aller Musik in der Geschichte der Menschheit ist.

Besonders empfänglich für diese Du-Momente sind Zeiten des Übergangs, in denen wir – wenn wir es zulassen können – mit offenen Sinnen durch die Welt gehen. Eine solche Zeit war in der Musikgeschichte der Frühbarock, besonders in Norditalien. Im ausgehenden 16. Jahrhundert wurden die Karten neu gemischt und Begegnung konnte einfacher gelingen, weil die Unsicherheit groß war. Parallel zur Durchsetzung des heliozentrischen Weltbildes entwickelte sich eine Musik, die nun kühn und wild um den „Fixstern“ Generalbass kreiste und zu unzähligen neuen Begegnungen führte. Im Eröffnungskonzert werden wir die Vielfalt dieses Aufbruchs umkreisen.

Andreas Feuerstein & Klaus Christa

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