Pförtnerhaus Feldkirch

Erinnerungen von Klaus Christa

Ich erinnere mich noch gut an jenen Nachmittag vor 21 Jahren, an dem ich an einer Führung durch das frisch renovierte Pförtnerhaus teilnahm. Die architektonische Idee, dem Haus etwas Provisorisches zu belassen, berührte mich – bewusst wurden da Spuren belassen, die von der Vergangenheit erzählten. Das Ganze wirkte einerseits grosszügig und doch irgendwie charmant improvisiert. Die Eindrücke, die ich mitnahm, begannen in mir zu »arbeiten« und so entstand in meiner Vorstellung eine Abonnementreihe, die später Musik in der Pforte heißen würde. Die Konzertreihe, von der ich träumte, sollte einen Raum der Begegnung schaffen und das frischrenovierte Pförtnerhaus war dieser »Raum«.

Die Begegnung zwischen MusikerInnen und Publikum war von der ersten Stunde an ein zentrales Thema von Musik in der Pforte. Wir wollten Feste mit Musik feiern, Konzerte, die sich sinnlich erschlossen, die nicht elitär sein wollten, aber eben von hervorragender künstlerischer Qualität. Und anschließend an die Konzerte sollte ein lebendiger Austausch möglich sein, das Konzerte sollte unbedingt nachgefeiert werden.

Das Erdgeschoss schien die idealen Voraussetzungen mitzubringen. Die MusikerInnen, die eben noch in ihren Musikstücken versunken sind, im Saal des 1. Stockes, würden sich nun unter das Publikum mischen und so würden Gespräche und Begegnungen entstehen, die alle Anwesenden bereichern. Um die Mitte des Buffets würden sich viele Menschen drängen – erfüllt von den Klängen der Musik würden die Gespräche eine spezielle Qualität entwickeln.

Der Saal im 1. Stock war für uns der perfekte Veranstaltungsraum. Die großen Fenster öffneten großzügig nach draussen, sie luden die zauberhafte Umgebung des Pförtnerhauses in den Raum ein. Für mich sind sie Metapher dafür geworden, dass die Pforte einerseits Geborgenheit bieten möchte und andererseits mit großer Offenheit in der Welt steht, wir wollen die Welt hereinlassen und in die Welt hinaus strahlen.

Programm im Pförtnerhaus 2018

Oh glücklicher Tag – März

An meinen lieben Freund – April

Meine Seele hört im Sehen – Mai

Frauengeschichten – Juni

Abenteuer Re:Sonanz – September

Liebe auf den ersten Ton – November

Mit unzähligen Proben und mittlerweile über hundert Konzerte haben wir dem Raum eine neue Identität verliehen. Ich erinnere mich an Konzerte im Juni, an denen der leuchtende Abendhimmel eine poetische Kulisse für die Konzerte bot – ein Konzertsaal, der das »Draussen« so hereinbittet, wie eben die Geburtsstätte von Musik in der Pforte ist einzigartig. Einzigartig eben auch deswegen, weil er nicht »hinauszieht«, die herein strahlende Landschaft ist Teil der Kulisse, aber eben nicht Ablenkung.

Dass wir nicht die Einzigen waren, die diese besondere Atmosphäre schätzten, bewiesen die zahlreichen Rückmeldungen unserer Abonnenten, die grossen Wert darauf legten, dass möglichst viele Pforte-Konzerte im Pförtnerhaus stattfinden, eben weil sie diese einmalige Stimmung des Saales so lieben.

Ein Bauwerk aus der Zeit um 1900 hat letztendlich den Anstoß zu unserer Konzertreihe gegeben: Weil es eben nicht als Konzertsaal konzipiert war liess es Raum für das Dazwischen, Raum für Lebendigkeit und Austausch.

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